Wissen rund ums Thema Stillen

Fachliche inputs & Tipps zum thema stillen

Natürlich Stillen

Stillen ist das Natürlichste der Welt. Könnte man meinen. Und doch will es heute häufig nicht so recht klappen, sei es wegen fehlenden Vorbildern, hartnäckigen Ammenmärchen oder den vielen Ersatzprodukten auf dem Babymarkt. Doch wenn du deinem Körper und Herzen vertraust, ein paar Tipps beachtest und im Zweifelsfall rechtzeitig kompetente Hilfe beanspruchst, klappt das Stillen bestimmt und beschert dir und deinem Baby zauberhafte, innige Momente!

Ein paar Fakten zum Stillen

  • Die WHO empfiehlt ausschliessliches Stillen während den ersten 6 Monaten und danach nebst Beikost das Stillen bis 2-jährig und darüber hinaus.
  • Weltweit werden Kinder im Durchschnitt 4.5 Jahre lang gestillt. Was wir Europäer für "normal" empfinden, liegt somit weit unter dem Durchschnitt.
  • Nur 1-2% der Frauen können aus medizinischen Gründen nicht stillen. Alle anderen haben genug Milch für ihr Baby.
  • Still-Abstände von 30 Minuten bis 2 Stunden sind völlig normal. Will dein Baby ständig an die Brust, gibt es die Bestellung für den nächsten Tag auf und sorgt dafür, dass du genügend Milch produzierst. Dieses «Clusterfeeding» kommt oft während Wachstums- oder Entwicklungsschüben vor.

Die Zufütterungs-Falle

Wenn du das Gefühl hast zu wenig Milch zu haben, kann es helfen das Kind mehr anzusetzen, um die Brust anzuregen. Denn beim Stillen regelt die Nachfrage das Angebot. (Die Menge der abgepumpten Milch sagt übrigens nichts über die Menge der Milch aus, die dein Baby beim Stillen an der Brust erhält!)

 

Zufüttern mit Pulvermilch ist in den seltensten Fällen nötig und kann ohne Begleitung rasch in einen Teufelskreis und zum Abstillen führen:

Tipps für schöne Stillmomente

  • Stille dein Kind nach Bedarf, denn es weiss am besten, was es braucht.
  • Lege das Baby bereits bei den ersten Stillzeichen an. Dein Kind zeigt dir mit vielen kleinen Hungerzeichen (z.B. Kopf hin und her drehen, Saug- und Schmatzgeräusche, unruhig werden, Händchen zum Mund führen) wenn es stillen möchte. Weinen ist ein spätes Zeichen für Hunger. Wenn es schon vor Hunger schreit kann es schwierig werden, das Baby gut an die Brust zu bekommen.
  • Häufiges Kuscheln sowie Entspannung und Ruhe erleichtern das Stillen.
  • Stillen ist ein Lernprozess. Gib euch Zeit. Es lohnt sich!
  • Stillen ist das Natürlichste der Welt und so viel mehr als nur Nahrungsaufnahme. Schäm dich nicht dafür, dass du dein Kind ernährst und umsorgst - egal wo du gerade bist.
  • Stillen soll nicht schmerzhaft sein! Wende dich bei Problemen an kompetente Fachpersonen. Hol dir rechtzeitig Hilfe.

Hilfe zum Thema Stillen

  • Suche bereits vor der Geburt eine ausgebildete Stillberaterin (LLL, IBCLC oder DAIS) in der Nähe und informiere dich übers Stillen.
  • Die Beraterinnen der LLL (La Leche League) arbeiten ehrenamtlich und bieten in vielen Regionen Still-Treffen an. Hier findest die Beraterin in deiner Nähe, die du telefonisch oder per Mail kontaktieren kannst.
  • Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für 3 Stillberatungen der IBCLC.
  • Buche eine Still-Begleitung oder Stillberatung bei Herz an Herz - am besten bereits vor der Geburt.
  • In der Facebook-Gruppe «Stillen Schweiz» erhältst du online rund um die Uhr Hilfe von Stillberaterinnen sowie anderen Fachpersonen wie z.B. Hebammen oder Ärztinnen und liest persönliche Erfahrungen von vielen anderen Stillmamis.

Buchtipps rund ums Stillen

Bei Herz an Herz findest du aktuelle und fachlich korrekte Literatur zum Thema Stillen. Schau dich hier um: Bücher.